Kurzantwort: Ja, zwei getrennte Netzteile sind empfehlenswert — aber weniger wegen des Durchbrenn-Szenarios, sondern vor allem wegen EMV und Rückwirkungen.
Warum getrennte Versorgungen?
Bei der Kinco K-Serie werden die Transistorausgänge intern galvanisch getrennt (über Optokoppler), aber die Ausgangslastseite liegt trotzdem auf deiner externen 24V-Versorgung. Wenn du induktive Lasten schaltest (Schütze, Ventile, Motoren), entstehen Schaltspannungsspitzen auf der Ausgangsseite — die wollen nicht auf derselben Leitung liegen wie die Eingänge und die CPU-Versorgung.
Konkrete Empfehlung:
- PSU 1: CPU + Digitaleingänge (sauber, entstört)
- PSU 2: Ausgangslastseite (darf "schmutzig" sein)
Bei rein digitalen Anwendungen ohne Analogeingänge oder PT100 kommt man auch mit einem Netzteil durch — praktisch machen das viele so. Aber sobald Analogwerte im Spiel sind, ist die Trennung nahezu Pflicht.
Zu deinem Durchbrenn-Szenario: Das ist eine legitime Überlegung. Ein Netzteil mit ordentlichem Überlast- und Kurzschlussschutz (z.B. Meanwell) schützt sich dabei in aller Regel selbst ab. Ob und wie gut die Transistorausgänge selbst gegen Überstrom geschützt sind, hängt vom konkreten Modell ab — im Zweifel schaut man ins Hardware-Datenblatt. Für den Alltag ist der Hauptgrund für zwei Netzteile aber die gegenseitige Störbeeinflussung.